Alles auf null

alles wieder auf 0

Hallo August. Hallo neuer Trainingsplan!

Außerdem sind es nur noch drei Wochen bis zum wichtigen Testlauf in Bremerhaven.

Mein Sprunggelenkt ziept etwas. Außerdem ist die Achillessehne steif. Das Knie? Vielleicht murrt es etwas, wenn ich ganz tief hineinhöre.

Warum?

Bin ich ein Hypochonder?

Vermutlich.

Heute stand nun der lange Lauf an. Peter mag ihn am Samstag, statt, wie Hubert, am Sonntag. Nun ja, so eine kleine Feinkalibrierung soll mich nicht stören.

Gemütliche 3 Stunden durch die Felder, während sich in Münster auch endlich mal wieder die Sonne sehen lässt – herrlich! Nicht wirklich bedacht war allerdings die Tatsache, dass meine handliche 300ml Flasche zwar weitaus angenehmer zu tragen ist als ihr größerer Kollege, sondern auch schneller leer ist. Alle 5 km trinken. Von Anfang an. Ja, das ist noch Huberts Regime. Aber dazu hat mein Neuer auch nichts gesagt, also behalte ich es bei. Schaden kann es nun auch nicht. Dennoch stellte sich nach 15km erstmals das Gefühl ein, doch zu wenig Wasser im Getriebe zu haben.

5 km vor Schluss wurde dann die Pulle endgültig geleert und die fehlenden 2 km (ich mags genau) durch den nachbarschaftlichen “Wald” nachgeholt.

Alles in allem war es ein hervorragender Lauf. Morgen solls dann in die “Berge” (oder was man hier im Flachland eben Berge schimpft) gehen. Darauf freu ich mich schon.

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Der Neue…

Seit langem laufe ich nun schon mit Hubert. Hubert war mein Trainer, mein Motivator und der Zähmer meines inneren Schweinehunds. Mit Hubert habe ich meinen ersten Volkslauf absolviert und er hat mich zu jeder PB meines bisherigen Läuferlebens geführt.

Die Rede ist natürlich vom legendären Hubert Beck. Seit Jahren folge ich seinen Plänen und war damit erfolgreich und habe Spaß am Laufen gefunden und Blut geleckt.

Aber nun soll es vorbei sein. Ich werde mich von Hubert trennen. Wir haben uns einfach zu sehr aneinander gewöhnt. Nach all den Jahren beisammen kenne ich seine Macken zu gut und er langweilt mich beizeiten, fordert mich gar nicht mehr richtig. Mir fehlt das Abenteuer, der Kitzel, die Romantik.

Auf der Suche nach einem Neuen, der mir geben kann, was ich bei Hubert vermisse fiel immer wieder ein Name: Peter Greif. Hart und erbarmungslos soll er sein, aber auch gleichzeitig motivierend. Das hat mich angesprochen. Das allermeiste Feedback was das Internet über seine Pläne ausspuckt ist positiv und da ein Testlauf auch bei Peter umsonst ist, hab ich beschlossen mich auf ihn einzulassen. Testweise. Prüfe wer sich binde.

28 Tage gibt Peter uns Zeit, einander zu beschnuppern. Dann erwartet er die erste Zuwendung von mir. Finanzieller Art natürlich.

Ab nächster Woche beginnt mein Training mit meinem neuen Coach und den Rest der Woche verbringe ich damit, die beiden Männer in meinem Leben zu jonglieren. Letzte Woche mit Hubert! Aber ich muss mich auch fertig machen für Peter. Wenn ich nun den langen Lauf, wie Hubert es will, am Sonntag mache, bin ich Montag nicht so fit für Peter. Urgh, so Dreiecksbeziehungen sind anstrengend. Als Kompromiss habe ich Huberts langen Lauf auf Samstag geschoben. Er wird es mir verzeihen.

Heute ging es dann noch einmal gemütlich über die Hausrunde. Peter sieht für jeden gemütlicheren Lauf über 40 Minuten ein kleines Schlussqualenprogramm vor. TestoT oder so. Da ich mich ab nächster Woche seinem Regime beugen werde, hab ich beschlossen mein Glück heute schonmal mit dem Rumgewetze zu probieren.

Erstes Problem: Wo zur Hecke macht man sowas? Ich möchte nur ungern meine Nachbarn scheu machen, indem ich wie eine besengte Sau durch die Nachbarschaft pese, zurücktrabe nur um nochmal loszudüsen. Das hier ist eine konservative Straße. Ich denke nicht, dass TestoT und “Peter hats gesagt” meine Nachbarn davon abhalten wird zu glauben ich hätte was verbrochen.

Ich hab mir den Zugang zu einem nahegelegenen Waldstück ausgeguckt. Und natürlich fing es an zu regnen. Als ob die Natur testen möchte, wie ernst ich es mit Peter meine. Aber ich meine es verdammt ernst. Also gehts los. Blöderweise liegt die Sprintrichtung so, dass mir der Wind in den Rücken weht. Was im Umkehrschluss heißt: Ich trabe dann erstmal 50 Meter im strömenden Regen gegen den Wind zurück. Aber Konsequenz heißt manchmal eben auch Holzwege zuende zu gehen.

Kaum bin ich zuhause, hört es übrigens auf zu regnen. Aber was solls. Ich hab Peter bewiesen dass ich es ernst meine. Und das sogar bevor unser Training offiziell beginnt.

Speed Metal!

Bei einem solchen Namen hat der geneigte Leser vielleicht ähnliche Assoziationen wie ich…

In diesem Fall sprechen wir allerdings nicht von Musik, sondern von einer Socke. Nicht einfach irgendeine schnöde Fußbekleidung. Nein, laut den Versprechungen auf der Verpackung läuft die Socke fast alleine, kühlt nebenbei die Füße und sorgt für allerlei Stabilität. Natürlich hat sie auch „Lady Stripes“. Jawohl!

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Die Beschreibungen auf der Homepage lesen sich schon fast zu schön. Soll Hautabschürfungen und Blasen reduzieren, brennenden Füßen und Hitzestau vorbeugen. Und das alles in überaus ansprechender silbriger Optik. Ob das nun den Wunderfasern zuzuschreiben ist, oder beim Käufer Assoziationen von „Metal“ wecken soll, das sei an dieser Stelle dahingestellt. Einzig die Frage was nun die „Lady Stripes“ sind, welche sich an der Seite der Socke finden lassen, beantwortet nicht mal das Internet. Aber was solls. Haben ist ja bekanntlich immer besser als Brauchen.

Dieses Wunderwerk der Laufbekleidungsindustrie nenne ich nun seit Kurzem mein Eigen und möchte meine Erfahrungen teilen.

Optik:

Die Strümpfchen sind tatsächlich metallisch-silbrig mit (in meinem Falle) babyblauen Applikationen. Schönheit liegt ja bekanntlich immer im Auge des Betrachters und so manch Läufer tut ja auch so einiges, um auf der heimischen Laufstrecke ins Auge zu fallen. In Kombination mit neon-farbenen Schuhen und quietschgelbem Laufhemd machen sicher auch silbrige Socken etwas her. Ob man damit auch gegebenenfalls entgegenkommende Läufer blenden kann?!

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Ich gebe es ja zu, ich bin der konservative Typ. Ich mag es simpel. Weiße Socken sind super. Schwarze auch. Meine Hoffnung ist und bleibt, dass die glänzenden Fasern nach einigen Waschgängen in ein unauffälligeres Grau übergehen. Bis dahin gewinnen die Söckchen in der (eigentlich ja unwichtigen) Optik-Kategorie nur maximal 2 von 5 Sternen.

Passform und Komfort:

Ich habe das Gefühl, dass mir die Söckchen etwas zu groß ausfallen. Ich habe die, für den Schuh-Schlussverkauf absolut unglückliche, Größe 39 1/2 in “normalen” Schuhen. In Laufschuhen die 40. Also landeten die Socken in Größe 39-40 in meinem Einkaufskorb. Der Hackenbereich befindet sich nun allerdings etwas oberhalb seiner Sollstelle. Vielleicht löst sich das Problem nach ein paar Waschgängen von selbst?! Schön wäre es, der befürchtete Abrieb ohne die Protektion macht mir bei dem stolzen Preis doch etwas Sorgen.

Ansonsten sitzen die Strümpfe sehr angenehm. Entgegen ihrer Optik ist der Stoff sehr weich und nicht starr. Es gibt keine Reib- oder Scheuerstellen.

Laufbar?

Von der versprochenen Kühlung des Fußes würde ich nicht sprechen. Den anderen Zusagen der Hersteller würde ich aber teilweise zustimmen. Es entstehen keine Knubbel (und somit Reibungen und Blasen); die Socke sitzt fest am Fuß.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass die x-socks speed metal zwar eine gute Socke sind, aber keineswegs den (doch horrenden) Preis rechtfertigen.

Zum Geburtstag…

viel Glück. Und außerdem etwas Regen und Sturm.

Ich habe mir eine gemütliche Hausrunde gegönnt. Durch die Felder und gegen den Sturm. Mir als Nordlicht kommen dabei schon fast euphorische Glücksgefühle auf. Gut, es ist keine Nordsee in der Nähe und auch kein Deich. Es gibt kein Schafsextremente-Slalom und keinen Wind der einen umhaut bis man sich in einem Haufen Mist wiederfindet. Aber dennoch. Wind, leichter Regen, platte Strecke durch die Felder. Das ganze hatte etwas Heimat-Feeling.

Meine Eltern hatten einen Besuch gegen späten Nachmittag geplant, also dachte ich, etwas Laufen, dann die Bude etwas auf Vordermann bringen und Kuchen holen wäre locker drin – sogar mit Ausschlafen. Aber weil meine Eltern naturgemäß nie das machen, womit man plant, fand ich eine Nachricht auf meinem Handy als ich vom Laufen wiederkam. “Fahren jetzt los.” Ups. Also, schnell unter die Dusche. Den oberflächlichen Dreck in der Wohnung abwaschen, sodass es zumindest einigermaßen vorzeigbar ist. Man will ja erwachsen wirken und zeigen, dass man tatsächlich auch in der Lage ist, alleine zu überleben. Einigermaßen autark. Auch wenns nicht die Wahrheit ist. Weiß auch jeder. Aber der Schein zählt!

Die gemütliche Hausrunde

Aufgrund des starken Unwetters letzte Nacht, wurde der Plan heute für den langen Lauf in die Baumberge zu fahren gestrichen. Das ganze passte auch zum vollen Terminkalender des Tages. Und auf einen langen Lauf auf Asphalt hatte ich irgendwie keine rechte Lust. (Allgemeine Meckerstimmung)

Was solls?! Also wurde es die gute alte Hausstrecke. Gemütliche 13km vertreiben auch das Unwohlsein in der Magengegend. Die gute alte Hausrunde ist doch des Läufers Allheilmittel.

Unbenannt

Der Münster Marathon naht und naturgemäß sind die typischen Laufstrecken der Stadt bevölkert von Läufern aller Leistungsklassen. Meine Strecke ist keine Typische. Dennoch kamen mir allerlei Menschen entgegen, anstatt nur dem üblichen Trecker. Aber wer kann es ihnen aber auch verdenken?! Nach dem heißen, drückenden Wetter der letzten Tage (fast schon Wochen) war es heute angenehm warm und sonnig, mit einem leichten Wind. Perfektes Sommerlaufwetter. Und, für Wärmeliebhaber wie mich, das beste Laufwetter überhaupt. Ich hab also gegrüßt, genickt und ein mal sogar freudig gewunken. Ungewohnt für jemanden, der sonst nur winkt, um die Bremsen zu verscheuchen.

Hinter den 13 km des heutigen Tages stehen in meinem Notizbüchlein drei fröhliche Smilies. Nicht mal das leichte Drücken in den Achillessehnen kann da die gute Stimmung noch verhageln.

Ich beende somit die Laufwoche mit 55,8km.