Vom Sonnenbrand und Platzregen

Hui, was ist nur dieses Wochenende los?!

Am Samstag steht, laut Peter, der lange Lauf an. 35km wollte er mich durch die Gegend scheuchen. Weil ich mich dann so darauf konzentriert habe, ja den Müll nicht zu vergessen, den ich mit runternehmen wollte, hatte ich was anderes vergessen: Sonnencreme.

Naja, denk ich mir. Es ist ja auch wolkig. Es ist ja auch Regen angesagt. Außerdem will ich nicht wieder die Treppen hoch – wird schon gehen! 

Schon nach 20km hatte ich mein Pulver verschossen. Es war schwül, es war unerträglich, die versprochenen Wolken und Regen blieben aus und ich konnte nicht mehr. Die letzten 5km gingen nur, mit einem Absenken der pace auf Spaziergängerniveau. Wenig spaßig. Zuhause ist mir dann das unvermeidliche aufgefallen: Ein knallroter Sonnenbrand auf den Schultern. Mmmmmhpf.

Den Rest des Nachmittags hab ich dann total entkräftet mit Lesen verbracht. Das war kein toller langer Lauf.

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Heute, am Sonntag, steht auf dem Greifschen Plan die pure Folter: 90 minuten lahm durch die Gegend traben. Umpppffffff. Letzte Woche hat mich das bereits beinahe umgebracht und einige Nerven gekostet. Langsames Traben ist nicht so mein Ding. Also…so gar nicht.

Heute hat dann der Himmel all seine Schleusen geöffnet. Um das Wetterchaos perfekt zu machen, ist es einfach mal 14° kälter als gestern. Großartig. Nachdem die “Was zieh ich nur an”-Frage geklärt war (unten kurz, oben lang) ging es raus in den Regen. Ich laufe gern bei Regen. Also…schnell. Während traben schon bei Sonnenschein eine Qual ist, ist es quasi unerträglich im Dauerregen. Ich hab innerlich vor mich hingegrummelt und genörgelt. Und war nach 90 Minuten nass bis auf die Haut und hoffnungslos durchgefroren wieder zuhause. Nein. Nicht meine Einheit.

Zu allem Überfluss macht mein Garmin auch noch Ärger. Er mag nicht mehr so richtig laden. Beim Übertragen braucht er auch manchmal 4-5 Anläufe. Aber am schlimmsten ist das Laden. Während des Laufens meinte er, die Anzeige “Battery low” wäre wichtiger als mein Puls. Aber als ich ihn dann zuhause mit Energie füttern wollte, meinte er die Batterie wäre voll und müsse nicht geladen werden. Kurz nach dem Abziehen von der Nabelschnur ging das “Battery low” Gequängel wieder los.

Ich hab jetzt eine bestimmte Position gefunden, in der er tatsächlich lädt (juchu). Aber die kleine Erschütterung (zum Beispiel durch meine zierliche Person) führt dazu, dass er die Verbindung wieder verliert.

Ich habe diese Probleme mit der Uhr schon seit ich sie habe. Aber während es zu Beginn selten vorkam und eher eine Ausnahme war, wird es momentan zur Regel. Das kostet schon einige Nerven. Gmmmmmpffff.

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Matsch-Taufe statt Treppe

Es gibt zwei Laufschuhherstellern, denen ich ohne zweiten Gedanken meine Füße anvertraue: Inov8 und Merrell. Und heute kamen meine neuen Babies von erstgenannter Firma zum ersten Einsatz. Wunder-wunderschön sind sie. Wohlwissend dass man die Farben schnell nicht mehr wirklich erkennen wird hab ich ein “Before”-Bild geschossen.

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Sind sie nicht wahre Schätzchen?!

Aber es wäre kein würdiger Einstand für Trailschuhe wenn sie nicht direkt das Gelände sehen würden. Peter sah für heute zwar eine Treppe vor, aber ich habe beschlossen mich (zum ersten mal) der eisernen Faust zu entziehen und stattdessen ein paar Kilometer im Gelände zu sammeln.

Nach 45 Minuten auf dem Fahrrad an meinem “Hometrail” angekommen war ich schon mehr als warmgeschwitzt. Es war schwül und drückend. Also vermutlich hätte die Greifsche Treppe ohnehin wenig Vergnügen bereitet.

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Im Wald an sich war es angenehmer. Trotzdem lief der Schweiß aus jeder Pore. Aber bekanntermaßen treibt das ja nur an!

Während ich noch mit dem Vorsatz losgelaufen bin, den großen Matschpfützen auszuweichen, um die Schuhe nicht direkt in einen Braunton zu färben, fiel mir nach wenigen Minuten auf dass das vermutlich nicht machbar wird. Zum Glück passen inov8 Schuhe in der Regel so gut, dass ein Umtausch unwahrscheinlich ist.

Die starken Regenfälle der letzten Tage haben überall ihre Spuren hinterlassen.

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Und so richtig ausweichen kann (und wenn man ehrlich ist auch: will) man nicht. Also mitten durch! Juchu!

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Mit jedem Schritt wurde das Gefühl leichter. Und ich hab es nicht eine Sekunde bereit, die Treppe gegen diesen Lauf eingetauscht zu haben. Auch wenn die anstehenden Rennen auf Asphalt stattfinden werden, tut es mir einfach nicht gut auf meine Zeit in der “Wildnis” zu verzichten.

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Die Luft wurde dann (zum Glück?!) noch schwerer und gewittriger, so dass ich den Rückwärtsgang eingelegt habe, um nicht im Gewitter im Wald festzusitzen, ohne Geld für den Bus nach Hause.

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Zurück am Fahrrad wollte die erfolgreiche Taufe der Schuhe natürlich erstmal begutachtet werden. Ich denke, man kann sagen sie sehen jetzt auch aus wie ernstzunehmende Laufschuhe. Und inov8 hat mich (mal wieder) nicht enttäuscht. Die Treter liefen sich leicht und hatten auch im Matsch immer guten Halt.

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Sind sie nicht noch viel schöner als zuvor?!

Affenzahn im Platzregen

Peter hatte heute etwas ganz besonderes für mich. Tempodauerlauf am Montag. Erstmal schreit mein verwöhnter Körper (mal wieder) auf. Montags ist doch ein langsamer Tag! Und dann will Peter nicht nur 18km Tempo, sondern 18km zwei verschiedenen Tempi (Tempos? Tempen?). Wir wechseln nämlich jeden km zwischen “echt flott” und “Affenzahn“.

In Gedanken hab ich mir schon ausgemalt warum das nix wird. Ich muss ja lange arbeiten! Dann saß ich ja schon 45km auf dem Rad (durch den Arbeitsweg) und überhaupt. Ists ja echt schwül! 

Ich hab mit mir selbst den Kompromiss geschlossen, dass ich die 9km “Hinweg” den Plan durchzieh wie Peter ihn will. Und perfiderweise muss ich danach eh nach Hause. Auf diese Art und Weise hab ich mich schon oftmals überlistet. Klappt immer wieder. Hihi.

Wie dem auch sei. Peter mag außerdem dass wir mit dem “Affenzahn“-Kilometer anfangen. Hu? Einfach so? Kalt aus der Haustür und los? Brennt bei dem die Hütte? Ok, Peter sagt, man soll vorher Seilspringen. Aber, auch wenn ich bekanntermaßen viel Unsinn mitmache, Seilspringen überschreitet bei mir eine Grenze. Irgendwann in der Grundschule hab ich mit mir selbst einen Pakt geschlossen: Seilspringen und ich kommen nicht zusammen. Meine Gehirn-Auge-Koordination ist dafür zu schlecht. Außerdem ist hier ein belebter Wohnblock. Ich kann mich doch nicht auf den Parkplatz stellen und Seilspringen, während mich die kleine Mädchen auslachen, weil ich nach 2 Hopsern in einer seltsamen Bondageposition auf dem Parkplatz liege.

Konsequenz: Kein Seilspringen. Einfach kalt in das Affenzahn-Tempo zu gehen ist auch keine Alternative. Was mach ich? Ich renn die Treppe zweimal rauf und runter. Wie Seilspringen. Nur ohne Seil. Und dafür mit Treppen. Close enough.

Auf gehts also. Schwül. Ekelig. Nach 3km kommt der Spaß. Irgendwie sogar sehr großer Spaß. Nach 10km ist der Spaß immer noch da und es kommt noch etwas weiteres dazu: Platzregen. Das macht dann noch mehr Spaß. Ich begegne einem anderen Läufer, der mich entgeistert anschaut als ich ihm über beide Ohren grinsend zuwinke. Dann beginnt aber ein unwohliges Grollen und Blitzen im Himmel. Woops. Naja, wie oben bereits beschrieben: Nach Hause muss ich eh. Also das Grollen ignoriert. Die Sintflut genossen, die sich wie aus Eimern über mir ergießt und schön laufen. Mal “ziemlich flott” mal “Affenzahn“.

Zuhause angekommen bin ich nass bis auf die Knochen. Aber wahnsinnig gut gelaunt. Nun schnell unter die Dusche. Dann wartet ein riesengroßer Teller Pasta.

Und die Erkenntnis des heutigen Tages?

Affenzahn ist gar nicht sooo schnell. Und ein Kilometer ist eigentlich ziemlich kurz. Gut so!

Mein 50.er!

Bevor nun jemand kommentiert ich hätte mich aber wahnsinnig gut gehalten: Nein, ich bin noch (einige) Jährchen von meinem 50. Geburtstag entfernt. 

Heute ist mein 50. Streak-Tag. Mein erstes kleines Jubiläum in der Welt der Täglich-Läufer.

Meine ersten schüchternen Kontaktversuche mit dem Täglich-Laufen fanden in Italien statt. Ich habe verzweifelt Laufbuddies gesucht, um schöne Strecken in der “neuen Heimat” kennenzulernen und um bei den Trips in die Alpen ortskundige Läufer in meiner Nähe zu wissen.

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Nicht die Art von Laufkumpanen auf die ich gehofft hatte.

Der erste Lauftreff dem ich mich anschloss war ein voller Reinfall. Ich schloss mich der schnelleren Gruppe an, die aber auch nach 15 Minuten schon keine Lust mehr hatte und stattdessen auf einen Aperativo in eine Bar eingekehrt ist. Und das jeden Mittwoch und Samstag. Ich bin nun bei weitem nicht überehrgeizig, aber wenn ich mich schon in (Lauf-)Schale schmeiße, will ich auch Bewegung. Und damit meine ich nicht das ausdauernde Stemmen von gesalzenen Erdnüssen oder den Sprint zum Bus, den ich (mal wieder) beinahe verpasst hätte.

Der zweite Lauftreff den ich zum Testen auserkoren hatte war schon eher meinen Ansprüchen entsprechend. Aber die Mitläufer waren leider beruflich und familiär dermaßen eingespannt, dass das Treffen regelmäßig abgesagt wurde oder auch ohne Absage niemand erschien und ich allein am Treffpunkt stand und mir die Beine in den Bauch stand.

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Es gibt, zugegenermaßen, unästhetischere Orte um sich die Beine in den Bauch zu stehen.

An einem dieser Tage (ich wartete schon 50 Minuten frustriert und fröstelnd am Treffpunkt) kam noch ein weiterer Läufer, dem ebenfalls nicht abgesagt wurde. Andrea. Andrea und ich beschlossen das beste drauß zu machen und einfach eine Runde zu drehen. Auf dieser Runde hat er mir vom “streaken” erzählt. “Total bescheuert” waren meine Gedanken dazu. Ist doch ungesund. Jeden Tag zu laufen?! Jeder weiß doch, dass man Regeneration braucht!

Am nächsten Wochenende wurde ich von meinem neuen Laufkumpanen eingeladen, ihn und seine Freunde bei einer Alpentour zu begleiten. Da muss man mich nicht zwei mal bitten. Auch wenn ich als norddeutsche Flachländerin an Bergen (auch nach einigem Training) noch meine Problemchen hatte.

  streak4 Einmal blöd grinsen, auf gehts!

Von meinen Bergbegleitern waren fünf aktive Streaker und berichteten auf unserem Ausflug begeistert von ihren über 1.000 Tagen in Folge. Weil ich mit akuter Schnappatmung hinter den Jungs hinterhergehoppelt bin, blieb mir ehrlich gesagt wenig einzuwerfen, so dass ich ihre Schilderungen mehr oder weniger passiv aufgenommen habe. Man könnte also sagen, mir wurde der Gedanke des Täglich-Laufens quasi ins Gehirn gepflanzt, während der Rest meines Körpers zu sehr damit beschäftigt war, nicht auszurutschen, zu stolpern oder sonst irgendetwas furchtbar paddeliges zu machen. Man will ja auch nicht allzu schusselig aussehen. Die Wahrheit über meinen akuten Mangel an Eleganz würden die Herren schon noch früh genug herausfinden (aber das ist eine Geschichte für einen eigenen Blogpost).

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Dieser Anblick wird niemals aufhören, mich anzuziehen…

Die gesamte nächste Woche habe ich mich mit dem Täglich-Laufen auseinander gesetzt (und hatte furchtbaren Muskelkater. Aber das nur am Rande.), und bin immer wieder bei einem neugierigen Gefühl kleben geblieben. Wie fühlt es sich wohl an, wenn man 1.000 Tage am Stück gelaufen ist?! 

Zu dem Zeitpunkt trainierte ich bereits regelmäßig 6-7 Tage die Woche. Eine neue Herausforderung sollte das Täglich-Laufen sein. Ein neues Ziel. Während ich tendenziell beizeiten ein etwas lethargischer Zeitgenosse bin, kann ein Ziel dennoch meinen Ehrgeiz wecken. Und wenn ich ein mal ein Ziel im Auge habe, dann neige ich dazu mich festzubeißen. Wie diese kleinen Fußhupen in Läuferwaden.

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Und es war hervorragend. Exakt 333 Tage hielt meine Serie, bis mich eine Krankheit ans Bett fesselte und somit der Faden riss. Ich weiß noch wie wahnsinnig enttäuscht ich war. So kurz vor dem vollen Jahr…

Es hat, auch nach dem vollständigen Auskurieren, eine Weile gedauert, bis ich beschlossen habe es noch einmal zu probieren. Zurück in Deutschland und ohne Andrea und ohne die Alpen. Dafür aber mit viel Spaß und natürlich der ein- oder anderen Bergtour.

Meine kleine bescheidene Serie wird heute 50 Tage alt.

Das werde ich mit einem schönen Traillauf in den Baumbergen feiern. Das Wetter könnte kaum schöner sein.

In diesem Sinne: auf viele weitere Tage!

Denkt grün!

Heute ist Samstag. Samstag ist Peters langer Lauf. Heute habe ich außerdem mal die Kamera mitgenommen, in der Hoffnung auf einen sonnigen, gemütlichen Lauf, um das Münsterland mal von seiner schöneren Seite zu zeigen. Naja, Sonne war nicht. Trotzdem wollten die Kilometer natürlich gelaufen werden.

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Also auf. Es war (fast unerträglich) schwül. Man spürte ein Gewitter quasi aufziehen. Die ganze Nacht hat es geregnet und gewittert, aber meine Hoffnungen, dass die Luft etwas weniger zum Schneiden sein könnte, hat sich nach wenigen Schritten erledigt.

DSCN0029Zwischendurch schien es immer mal wieder, als ob die Sonne sich doch durch die Wolkendecke kämpfen könnte, aber das erwies sich dennoch immer als Trugschluss. Ich wohne direkt an der “grünen Schleife” der Marathonstrecke, so dass ich jedes mal auf meiner Hausrunde ein mal Ideallinie laufen kann, zumindest für ein paar Kilometer. Man sieht die blauen Markierungen und auch wie hervorragend mittig ich mich gehalten habe.

Und wieder einmal wurde ich durch viele Läufer auf der sonst verwaisten Strecke daran erinnert, dass der Münster Marathon näher rückt. Auch wenn der Herbst für mich andere Pläne bereit hält, werde ich sicher an der Strecke stehen und die Läufer anfeuern!

DSCN0030Ich kenn zwar Hans nicht, aber ich würde die Message unterschreiben. Zwar nicht mit denselben Hintergedanken wie der Künstler (fußballerisch), aber ökologisch. Denkt grün! Hans hat es schon erfasst.

Die Kilometer flossen danach nur so vor sich hin.

Ich vermisse meine größere Trinkflasche… Irgendwann ist sie mal bei irgendeinem Umzug (davon gab es in letzter Zeit reichlich) verloren gegangen. Ich erinnere mich an viele glückliche Einsätze in Venedig. Habe ich sie gegebenenfalls der Lagunenstadt als Erinnerung geschenkt?!

Wie dem auch sei – eine größere Flasche muss her. Meine “Kleine” fasst leider nur rund 300ml. Das reicht nur, wenn man einen Weg nimmt, wo man unterwegs nachfüllen kann. Gnurghs. Also, heute noch einmal ein Lauf, wo ich etwas seilspringen konnte, mit der engen Linie der Dehydrierung.

DSCN0031Zirka 10km von der heimischen Haustür entfernt, zog es sich dann in der Ferne doch ziemlich zu. Deshalb wurder der Plan, noch eine schnelle Schleife durch den Wald zu drehen, dann doch verworfen und es blieb bei dem geplanten Pensum.

Die ersten 3 x 3.000

Ja, heute war es so weit. Von Freunden und Bekannten habe ich von Peters liebstem Folterinstrument schon viel gehört.

3 x 3.000m. 

Ich war nicht beeindruckt. Mit 1.500m Trabpause zwischen den Intervallen und 1km Ein- und Auslaufen komme ich auf niedliche 14km. Da hatten wir schon mehr. Und schneller. Und härter. Und überhaupt. Jede Menge Superlative jedenfalls.

Direkt nach dem Loslaufen waren die Beinchen schwer. Stress auf der Arbeit macht den Kopf langsam und legt offensichtlich auch die Beine lahm. Als es Zeit für die ersten 3.000 war, war ich innerlich schon auf dem Weg nach Hause. Aber egal.

“Nun hast du dich schon in die Shorts gequält, nun auf.” – Meisterin der Selbstmotivation am Werk.

Auf gings. Die ersten 2.000 meter waren gut. Mir fiel dann allerdings auf, dass 3.000 meter genau 1.000 meter länger ist, als meine üblichen langen Intervalle. Auch wenn ich jetzt vielleicht spoiler: Der letzte km auf jedem Intervall tat weh.

Die Trabpause tat gut. Und war auch genau 1km länger als meine üblichen Trabpausen. Nach 1.500 metern ist man schon fast wieder frisch, also wohooo, auf zu den nächsten 3.000.

Das hat Spaß gemacht. 

Vor den letzten 3.000 sah ich quasi die Stelle vor mir, auf der Peter schrieb dass man, egal was passiert (Meteoritenschauer, Eiszeit…) das letzte Intervall nicht auslassen soll. 50% des Leistungszuwachses passieren angeblich in eben Jenem. Ich hab es eigentlich schon beim Lesen als pure Motivationsblende durchschaut, trotzdem hat es mich motiviert. Ich hab mich quasi blenden lassen, obwohl ich mich dagegen gewappnet hatte. Mmmpff. Also wurde das letzte Intervall nicht ausgelassen, auch wenns bergauf ging.

Während ich da so aus dem letzten Loch pfeifend durch die pralle Sonne stiefel, überholen mich zwei ältere Herrschaften auf Rentner-Drohnen. “Ui, Sie sind ja schnell unterwegs, meine Güte” rief die Frau. Ob sie das nun nur gesagt hat, weil sie beim Angesicht meines tomatenroten Hauptes das Mitleid packte, oder ob sie tatsächlich dachte mein undynamisches “den-Berg-raufwackeln” wäre schnell kann ich an dieser Stelle nicht beantworten. Ich bin jedenfalls mindestens einige Zentimeter gewachsen. Wenns schon nicht zu olympischen Gold reicht, kann man wenigstens das eine oder andere Kompliment mitnehmen.

Zuhause gab es einen Berg Pasta. Belohnung muss sein.

3 x 3.000 meter ist nicht für Warmduscher. Weiß ich nun auch. Verzeihung an dieser Stelle an alle, die bei Erwähnung dieser Einheit von mir ein leichtes Nasenkräuseln als Antwort bekommen haben. Nehm ich zurück. Ihr seid Helden.

Das richtige Tempo

… ist eben doch nicht immer einfach zu finden (und zu halten).

Heute war offiziell der erste Tag mit Peter und mir. Da wollte ich ihn (und mich) nicht enttäuschen und hab mich auch bei Temperaturen deutlich überhalb der 30° Marke auf den Weg gemacht.

Peter sagt, heute mal etwas zügiger. Meine Beine sagen “Moment mal, Montags machen wir doch immer locker?!”. Der Körper ist eben doch ein Gewohnheitstier.

Das wird umso deutlicher, als es darum ging die Geschwindigkeit zu finden und dann zu halten. Die Pace steht in meinem Trainingsplan. Das war also die Hausnummer. Kurz nach dem Loslaufen dachte ich noch, ich könne das ruhig etwas nach unten korrigieren. Immerhin wars kochend heiß. Dann war schon der erste Kilometer leicht schneller als angedacht – ups. Tempo raus ist blöd bei Kilometer zwei – da gehts nämlich bergab. Kilometer drei und vier. Immer noch (teilweise wesentlich) zu schnell. Ruhig Brauner. Kilometer 5, Wendepunkt. Erste Hälfte Fazit: Knapp 30 Sekunden pro Kilometer schneller als angedacht. So war das nicht geplant. Der Puls warnt mich immer mal wieder vor einem nahenden Herzanfall. Tempo raus, puh. 200 Meter später war das Tempo aber wieder drauf.

So ging es quasi den gesamten Weg, sogar den letzten Kilometer, wo ich schon aus dem letzten Loch gepfiffen hab, hab ich 10 Sekunden schneller gelaufen als angedacht.

Was sagen wir dazu?!

Irgendwie ist der Körper doch wenig flexibel. Ich habe das Gefühl ich hab derzeit zwei Modi: Gemütlich und Tempo. Dazwischen ist schwer, wie ich mir heute selber eindrucksvoll bewiesen habe.

Nun brummt mir der Schädel.

Spaß gemacht hats trotzdem. Ziemlich viel sogar. Obs so gesund war, wage ich allerdings zu bezweifeln.