Mein 50.er!

Bevor nun jemand kommentiert ich hätte mich aber wahnsinnig gut gehalten: Nein, ich bin noch (einige) Jährchen von meinem 50. Geburtstag entfernt. 

Heute ist mein 50. Streak-Tag. Mein erstes kleines Jubiläum in der Welt der Täglich-Läufer.

Meine ersten schüchternen Kontaktversuche mit dem Täglich-Laufen fanden in Italien statt. Ich habe verzweifelt Laufbuddies gesucht, um schöne Strecken in der “neuen Heimat” kennenzulernen und um bei den Trips in die Alpen ortskundige Läufer in meiner Nähe zu wissen.

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Nicht die Art von Laufkumpanen auf die ich gehofft hatte.

Der erste Lauftreff dem ich mich anschloss war ein voller Reinfall. Ich schloss mich der schnelleren Gruppe an, die aber auch nach 15 Minuten schon keine Lust mehr hatte und stattdessen auf einen Aperativo in eine Bar eingekehrt ist. Und das jeden Mittwoch und Samstag. Ich bin nun bei weitem nicht überehrgeizig, aber wenn ich mich schon in (Lauf-)Schale schmeiße, will ich auch Bewegung. Und damit meine ich nicht das ausdauernde Stemmen von gesalzenen Erdnüssen oder den Sprint zum Bus, den ich (mal wieder) beinahe verpasst hätte.

Der zweite Lauftreff den ich zum Testen auserkoren hatte war schon eher meinen Ansprüchen entsprechend. Aber die Mitläufer waren leider beruflich und familiär dermaßen eingespannt, dass das Treffen regelmäßig abgesagt wurde oder auch ohne Absage niemand erschien und ich allein am Treffpunkt stand und mir die Beine in den Bauch stand.

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Es gibt, zugegenermaßen, unästhetischere Orte um sich die Beine in den Bauch zu stehen.

An einem dieser Tage (ich wartete schon 50 Minuten frustriert und fröstelnd am Treffpunkt) kam noch ein weiterer Läufer, dem ebenfalls nicht abgesagt wurde. Andrea. Andrea und ich beschlossen das beste drauß zu machen und einfach eine Runde zu drehen. Auf dieser Runde hat er mir vom “streaken” erzählt. “Total bescheuert” waren meine Gedanken dazu. Ist doch ungesund. Jeden Tag zu laufen?! Jeder weiß doch, dass man Regeneration braucht!

Am nächsten Wochenende wurde ich von meinem neuen Laufkumpanen eingeladen, ihn und seine Freunde bei einer Alpentour zu begleiten. Da muss man mich nicht zwei mal bitten. Auch wenn ich als norddeutsche Flachländerin an Bergen (auch nach einigem Training) noch meine Problemchen hatte.

  streak4 Einmal blöd grinsen, auf gehts!

Von meinen Bergbegleitern waren fünf aktive Streaker und berichteten auf unserem Ausflug begeistert von ihren über 1.000 Tagen in Folge. Weil ich mit akuter Schnappatmung hinter den Jungs hinterhergehoppelt bin, blieb mir ehrlich gesagt wenig einzuwerfen, so dass ich ihre Schilderungen mehr oder weniger passiv aufgenommen habe. Man könnte also sagen, mir wurde der Gedanke des Täglich-Laufens quasi ins Gehirn gepflanzt, während der Rest meines Körpers zu sehr damit beschäftigt war, nicht auszurutschen, zu stolpern oder sonst irgendetwas furchtbar paddeliges zu machen. Man will ja auch nicht allzu schusselig aussehen. Die Wahrheit über meinen akuten Mangel an Eleganz würden die Herren schon noch früh genug herausfinden (aber das ist eine Geschichte für einen eigenen Blogpost).

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Dieser Anblick wird niemals aufhören, mich anzuziehen…

Die gesamte nächste Woche habe ich mich mit dem Täglich-Laufen auseinander gesetzt (und hatte furchtbaren Muskelkater. Aber das nur am Rande.), und bin immer wieder bei einem neugierigen Gefühl kleben geblieben. Wie fühlt es sich wohl an, wenn man 1.000 Tage am Stück gelaufen ist?! 

Zu dem Zeitpunkt trainierte ich bereits regelmäßig 6-7 Tage die Woche. Eine neue Herausforderung sollte das Täglich-Laufen sein. Ein neues Ziel. Während ich tendenziell beizeiten ein etwas lethargischer Zeitgenosse bin, kann ein Ziel dennoch meinen Ehrgeiz wecken. Und wenn ich ein mal ein Ziel im Auge habe, dann neige ich dazu mich festzubeißen. Wie diese kleinen Fußhupen in Läuferwaden.

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Und es war hervorragend. Exakt 333 Tage hielt meine Serie, bis mich eine Krankheit ans Bett fesselte und somit der Faden riss. Ich weiß noch wie wahnsinnig enttäuscht ich war. So kurz vor dem vollen Jahr…

Es hat, auch nach dem vollständigen Auskurieren, eine Weile gedauert, bis ich beschlossen habe es noch einmal zu probieren. Zurück in Deutschland und ohne Andrea und ohne die Alpen. Dafür aber mit viel Spaß und natürlich der ein- oder anderen Bergtour.

Meine kleine bescheidene Serie wird heute 50 Tage alt.

Das werde ich mit einem schönen Traillauf in den Baumbergen feiern. Das Wetter könnte kaum schöner sein.

In diesem Sinne: auf viele weitere Tage!

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